Beinen_stehen.jpg

REINTEGRATION nach dem Kinderhaus

AUF EIGENEN BEINEN STEHEN.

Das als innovatives Brückenprojekt konzipierte Reintegrationsprogramm ist für die Jugendlichen aus dem Kinderhaus nach dem Schulabschluss entwickelt worden. Es dient dazu, die Kinder bei ihrer weiterführenden Ausbildung zu unterstützen, und sie dabei schrittweise auf ihrem Weg zu einem eigenständigen und selbstbestimmten Leben in der nepalesischen Gesellschaft zu begleiten.


Wieso brauchen die Jugendlichen nach dem Schulabschluss immer noch unsere Unterstützung?

Wenn Kinder, die in Kinderheimen oder Waisenhäusern aufwachsen, nach ihrem Schulabschluss ohne Unterstützung in die Gesellschaft entlassen werden, besteht die Gefahr von sozialer Ausgrenzung, Benachteiligung und Überforderungen. Früh erlebte Traumata und Erfahrungen können wieder hervorgerufen und durchlebt werden. Um dies zu vermeiden, haben wir einen innovativen Reintegrationsplan entwickelt, der die Jugendlichen auf ihrem Weg zu einem eigenständigen Leben begleitet.

Großwerden und Begleiten im Kinderhaus und in der Schule

Die Grundlagen werden im Kinderhaus und in der Schulzeit gelegt. Neben dem Schulabschluss und der handwerklichen Ausbildung wird die Selbstständigkeit der Kinder von Anfang an gefördert. Die Älteren übernehmen Verantwortung und Vorbildfunktion für die Jüngeren.
Angeleitet von unseren nepalesischen Mitarbeiter*innen reflektieren die Jugendlichen ihre persönlichen Stärken und Kompetenzen sowie ihre aktuelle Situation in der Schule. Davon ausgehend werden Berufswünsche entwickelt und frühzeitig nach einem Ausbildungs- oder Studienplatz gesucht. Um ihren Zukunftswünschen näher zu kommen, formulieren die Jugendlichen Ziele und auch Ideen, wie sie diese Ziele selbstständig erreichen können. Auch die vielen bürokratischen Angelegenheiten beim Erwachsenwerden können die jungen Menschen überfordern, deswegen sie auch hierbei begleitet werden.

Erste Schritte im selbstständigen Leben – Auszug, Ausbildung und Studium

Mit dem Auszug aus dem Kinderhaus und dem Beginn einer Ausbildung liegt ein neuer aufregender Lebensabschnitt vor den Jugendlichen. Wo möglich ziehen sie zurück zu entfernten Verwandten oder gemeinsam in eine Wohngemeinschaft. Bei der Bewältigung verschiedener Herausforderungen werden die Jugendlichen von unserem nepalesischen Team unterstützt. Das beginnt beim Führen eines eigenen Haushalts, geht über in Hilfestellung bei der Wahl des geeigneten Ausbildungs- oder Studienplatzes und endet beim Besprechen persönlicher Probleme. Lebenshaltungs- und Ausbildungskosten werden für die Jugendlichen in Wohngemeinschaften vom Verein getragen. Der Umfang der finanziellen Unterstützung der Jugendlichen, die bei Verwandten unterkommen, richtet sich nach deren sozialen und finanziellen Verhältnissen.

Durchgehende Begleitung durch das nepalesische Team

An der Umsetzung dieser Maßnahmen arbeiten speziell geschulte Sozialarbeiter*innen, die mit den Projektverantwortlichen und den Bildungsinstituten in Kontakt stehen und die Karriereplanung der Jugendlichen begleiten. Sie bereiten diese auf Bewerbungsgespräche vor, sondieren den Arbeitsmarkt und vermitteln fachliche, methodische und soziale Kompetenzen, um die Integration auf ein solides Fundament zu stellen.
Das Team bietet auch Einzel- und Gruppenberatungen an, um dabei zu unterstützen, die Kommunikation mit den Verwandten oder weiterführenden Bildungseinrichtungen zu regeln. Außerdem besucht es die Jugendlichen regelmäßig. Nach erfolgreichem Abschluss hilft das Team abschließend bei der Jobsuche. Sobald die Kinder, die bei uns im Kinderhaus aufgewachsen sind, auf eigenen Beinen stehen und selbstständig ihren Lebensunterhalt finanzieren, endet die Unterstützung. Die familiäre Beziehung zwischen den Angestellten und verschiedenen Generationen im Kinderhaus jedoch wird durch gemeinsame Ausflüge, Jahrestreffen und Feiern von Festen aktiv gefördert und gelebt. So bleibt der Kontakt untereinander erhalten.

Dieses Projekt wird von unserem nepalesischen Projektpartner, der Organisation Shangri-La Orphanage Home, begleitet.